Ich brenne.

 

Keine Lust zu lesen? Dann habt ihr auch die Möglichkeit mich hier kennenzulernen: http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/unter-unserem-himmel/seitentaeler-der-fraenkischen-saale-100.html
im Dokumentarfilm über die Seitentäler der Fränkischen Saale begleitet ihr mich ab Minute 25 auf Sauerkirschenernte.

 

Im Frühjahr 2015 erblickten meine ersten beiden Produkte 'Rebell - Der Whisky' und 'Diwa - Die Zwetschge' das Licht der Welt. Es ist ein großer Schritt für mich und besiegelt die Entscheidung, die ich einige Jahre zuvor getroffen hatte: Ich möchte die Brenntradition in unserer Familie aufrecht erhalten und das Brennrecht in 4. Generation weiterführen. Mein Urgroßvater Ludwig, mein Opa Kurt und mein Vater Anton haben in den vergangenen fast 100 Jahren ihre Brennerfahrungen gesammelt und nun ist es an mir meine eigenen zu machen.

Ich bin auf dem landwirtschaftlichen Hof meiner Eltern aufgewachsen und seit jeher erkenne ich den typischen Duft der Maische, wenn weiße Dampfschwaden aufsteigen und der Brennkessel geschürt wird. Jahr für Jahr durfte (musste) ich bei der Ernte der Früchte mithelfen, Äpfel auf unserer Streuobstwiese auflesen. Mit meiner Mutter ging ich zum Heidelbeeren Sammeln in den Wald und ich half beim Einmaischen der Früchte.

Kupferstich des Familienwappens der Familie Bischof

Was ich im Kindesalter und der Pubertät mitunter auch nur recht widerwillig getan habe, bereitet mir heute wahres Vergnügen: Der Schnitt der Bäume im abklingenden Winter, die Pflege der Streuobstbestände, das ungeduldige Ausspähen auf die zu erwartende Ernte, das Sammeln der Wildfrüchte. Zu dieser naturverbundenen Arbeit gesellt sich ein nahezu alchimistischer Part: das Einmaischen der Früchte und das Brennen am oktupus-ähnlichen Brennkessel. 
Schließlich das Kosten - das Entdecken der neu erschaffenen Charaktere beim Destillieren der Maischen.  Allein deswegen macht mir diese Arbeit jetzt auch so viel Spaß. Früher konnte ich einfach nicht erahnen wofür mein Vater all diesen Aufwand betrieb!

Jetzt weiß ich es und es gibt kaum einen vergleichbar spannenden Moment als das Kosten der ersten Tropfen eines neuen Brandes.


Edelbrandsommelière und staatlich geprüfte Brennerin

Im Frühjahr 2014 habe ich die Ausbildung und Prüfung zur Edelbrandsommelière an der TU Weihenstephan/Triesdorf erfolgreich absolviert. Die Berufsausbildung als staatlich anerkannte Brennerin durfte ich im Mai 2017 an der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau sehr gut abschließen.

Seit Januar 2017 übe ich nun endlich meine Leidenschaft zum Brennerhandwerk im Haupterwerb aus. Das ist manchmal nicht so einfach, insbesondere da wir nach wie vor nur ein 300-Liter-kontingentiertes Brennrecht besitzen. Umso mehr gilt: Qualität und kleine Batches stehen vor Quantität! 

 

Um meine Begeisterung für das Handwerk und die feinen Tropfen mit Euch teilen zu können, haben wir kräftig gebaut: Im Juli 2017 eröffneten wir unsere Destillathek - die erste ihrer Art. Dort finden regelmäßig Verkostungen, Workshops und weitere Events statt. Schaut doch mal vorbei!